10 Gründe für WordPress – und wann ich davon abrate

2016 standen hier zehn Gründe für WordPress. Zehn Jahre später habe ich sie neu aufgeschrieben: was heute noch trägt, was dazugekommen ist – und wann ich von WordPress abrate.

Ein aufgeklapptes Taschen-Multitool aus Edelstahl, daneben ein schwarzer Präzisions-Schraubendreher und eine kobaltblaue Kugel auf hellem PapierKI-generiert
Inhalt

Vor zehn Jahren stand hier ein Artikel mit zehn Gründen für WordPress. Vieles darin stimmt bis heute, manches ist überholt: Den alten Text-Editor hat längst der Block-Editor abgelöst, und seit Version 7.0 kann WordPress von Haus aus mit KI-Diensten sprechen. Zeit für eine neue Fassung.

WordPress ist nach wie vor das meistgenutzte System für Websites: Laut W3Techs läuft es auf 39,6 % aller Websites und auf 58,4 % der Websites, deren Content-Management-System sich erkennen lässt (Stand: 19. Oktober 2026). Der Anteil sinkt allerdings – Anfang 2026 waren es noch 43,0 %. Verbreitung allein ist also kein Argument. Die folgenden zehn Gründe sind die, die in meinen Projekten den Ausschlag geben. Auch diese Website läuft auf WordPress.

1. Ihre Website gehört Ihnen

WordPress ist Open Source und steht unter der freien Lizenz GPL. Es fallen keine Lizenzkosten an, und niemand kann die Bedingungen nachträglich ändern. Sie können Hoster und Dienstleister jederzeit wechseln und Ihre Inhalte vollständig mitnehmen. Bei vielen Baukästen hängen Gestaltung und Inhalte an der Plattform – ein Umzug heißt dort meist: neu bauen.

2. Inhalte pflegen ohne Programmierkenntnisse

Seit WordPress 5.0 (Dezember 2018) arbeiten Sie im Block-Editor: Jeder Absatz, jedes Bild und jede Tabelle ist ein Block, den Sie einfügen, verschieben und bearbeiten. Für Unternehmenswebsites baue ich dazu eigene Inhaltsblöcke, etwa für Leistungen, Referenzen oder Kontakt. Sie ändern Texte und Bilder selbst, und das Design zerbricht dabei nicht.

3. Flexibel bis zur Web-Anwendung

WordPress ist längst mehr als ein Blog. Eigene Inhaltstypen, Benutzerrollen, Formulare und Schnittstellen zu anderen Systemen gehören zum Handwerkszeug. Ein Beispiel ist Thunderbike, einer der weltweit führenden Harley-Davidson-Customizer: Der Webauftritt mit tausenden Custom-Bikes, Teilen und Zubehör läuft auf WordPress. Auf jeder Modellseite ist live zu sehen, welches Fahrzeug sofort verfügbar ist – ohne dass jemand die Angaben von Hand pflegt. Was darüber hinaus möglich ist, zeige ich unter Web-Plattformen & Portale.

4. Viel fertig dank Plugins – mit Augenmaß

Für fast jede Aufgabe gibt es ein Plugin: Formulare, Mehrsprachigkeit, Shop, Terminbuchung. Das spart Zeit und Geld, denn nicht jedes Rad muss neu erfunden werden. Jedes Plugin ist aber auch fremder Code, der gepflegt werden will. Ich halte es deshalb so: so wenige wie möglich, nur gut gepflegte – und lieber eine kleine eigene Lösung als ein Plugin, das hundert Dinge kann, von denen man eines braucht.

5. Sicherheit durch Updates – wenn sie jemand macht

WordPress wird ständig weiterentwickelt, Sicherheitslücken werden in der Regel schnell geschlossen. Kleinere Sicherheitsupdates des Kerns spielt WordPress automatisch ein, seit Version 5.5 auf Wunsch auch für Plugins und Themes. Die Kehrseite der Verbreitung: WordPress ist ein beliebtes Ziel für Angriffe. Laut Patchstack wurden 2025 im WordPress-Umfeld 11.334 neue Sicherheitslücken gemeldet – 91 % davon in Plugins, 9 % in Themes und nur sechs im WordPress-Kern selbst. Sicherheit ist bei WordPress deshalb keine Eigenschaft, sondern Arbeit: Updates, Backups und die Kontrolle, ob danach noch alles läuft. Was dazugehört, steht im Beitrag zum WordPress-Wartungsvertrag.

6. Eine gute Grundlage für Google und KI-Suche

WordPress erzeugt sprechende Adressen und eine Sitemap, und mit einem schlanken Theme entsteht gut strukturierter Code. Für Titel, Beschreibungen und strukturierte Daten gibt es ausgereifte Plugins. Gefunden wird eine Website aber wegen ihrer Inhalte, nicht wegen WordPress. Das galt schon 2016 – und erst recht, seit KI-Suchen Antworten aus Websites zusammenstellen. Mehr dazu im Beitrag GEO statt SEO.

7. Barrierefreiheit lässt sich gut umsetzen

Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für viele Online-Angebote. WordPress macht eine Website nicht von selbst barrierefrei, steht dem aber auch nicht im Weg: Entscheidend sind ein sauber gebautes Theme, eine verständliche Struktur und gepflegte Inhalte, etwa Alternativtexte für Bilder. Was das Gesetz verlangt, fasst der BFSG-Leitfaden zusammen.

8. Zukunftssicher durch eine große Gemeinschaft

WordPress ist Open Source und wird seit 2003 von einer weltweiten Gemeinschaft weiterentwickelt. Bestehende Websites lassen sich in aller Regel auf neue Versionen heben, ohne dass sie neu gebaut werden müssen. Die jüngste große Version, WordPress 7.0 vom Mai 2026, hat das Backend modernisiert und eine Schnittstelle zu KI-Diensten in den Kern gebracht. Ganz ohne Aufwand geht ein großer Versionssprung aber nicht: 7.0 setzt zum Beispiel mindestens PHP 7.4 voraus.

9. Ihre Inhalte sind gut aufgehoben

Jede Änderung an Seiten und Beiträgen speichert WordPress als Revision. Sie können jederzeit zu einem früheren Stand zurück, seit Version 7.0 auch mit einem visuellen Vergleich. Für die ganze Website – Datenbank, Bilder, Plugins – braucht es zusätzlich regelmäßige Backups, am besten automatisch und außerhalb des Servers. Und weil Ihre Inhalte in einem offenen Format vorliegen, können Sie sie jederzeit exportieren.

10. Viele Fachleute – Sie sind von niemandem abhängig

Zu WordPress gibt es eine umfangreiche Dokumentation für Entwickler und zu fast jeder Frage eine Antwort. Für Sie als Betreiber heißt das: Viele Fachleute kennen sich damit aus. Wenn Ihr Dienstleister nicht mehr passt, finden Sie einen anderen – auch wenn ich das bin.

Wann ich von WordPress abrate

WordPress ist nicht für jede Aufgabe das richtige Werkzeug. In diesen Fällen rate ich ab:

  • Wenn es eigentlich eine Anwendung ist. Ein Kundenportal mit eigener Datenbank, eine Lizenzverwaltung oder ein Abrechnungssystem sind als eigenständige Software oft besser aufgehoben. Shop, Lizenzserver und Kundenportal des Offenlegungs-XML Editors habe ich deshalb ohne WordPress gebaut.
  • Wenn sich niemand um Updates kümmert. Eine WordPress-Website, die jahrelang niemand aktualisiert, wird zum Sicherheitsrisiko. Dann braucht es eine Betreuung, zum Beispiel über wp-einfach.de, oder ein System, das ohne laufende Pflege auskommt.
  • Wenn eine einzelne Seite reicht. Für eine Visitenkarte im Netz oder eine Aktionsseite, die sich kaum ändert, ist eine statische Seite oft schneller, günstiger im Betrieb und sicherer.
  • Wenn der Shop sehr eigene Regeln hat. Wo WooCommerce passt, baue ich darauf und erweitere es. Bei sehr eigener Preis- oder Lizenzlogik ist eine eigenständige Lösung oft einfacher.
  • Wenn Ihr Team gut mit einem anderen System arbeitet. Ein Umstieg kostet Zeit und Nerven. Ohne klaren Grund lohnt er sich nicht.

Fazit

WordPress ist 2026 für die meisten Unternehmenswebsites eine sehr gute Wahl: offen, erweiterbar, gut zu pflegen und mit einer Zukunft, die nicht an einem einzelnen Anbieter hängt. Es braucht aber Pflege, und es ist nicht für jede Aufgabe das richtige Werkzeug. Ob WordPress zu Ihrem Vorhaben passt, kläre ich gern im kostenlosen Erstgespräch – 30 Minuten per Video oder Telefon.

Häufige Fragen zu WordPress

Ist WordPress kostenlos?

Die Software ja: WordPress ist Open Source und ohne Lizenzkosten. Kosten entstehen für Hosting, Gestaltung, kostenpflichtige Erweiterungen und die laufende Pflege.

Ist WordPress sicher?

Ja, wenn es gepflegt wird. Die meisten Lücken stecken in veralteten Plugins und Themes. Regelmäßige Updates, Backups und wenige, gut gepflegte Erweiterungen sind der wichtigste Schutz.

WordPress oder Baukasten?

Ein Baukasten ist schnell eingerichtet, Sie bleiben aber an den Anbieter gebunden. Mit WordPress gehört Ihnen die Website: Sie können den Anbieter wechseln und beliebig erweitern.

Kann ich meine WordPress-Website selbst pflegen?

Ja. Texte und Bilder ändern Sie im Block-Editor. Updates und Backups sollten Sie trotzdem regelmäßig erledigen oder abgeben.

Wann ist WordPress nicht die richtige Wahl?

Bei Anwendungen mit eigener Datenbank, bei Websites, um deren Pflege sich niemand kümmert, und bei einfachen Seiten, die sich kaum ändern.

Michael Rademacher

Gründer von realmaker

Michael Rademacher gründete realmaker 2003. Er entwickelt WordPress-Websites und Software, produziert Filme und Livestreams und schreibt hier über das, was er in Kundenprojekten lernt.

Über Michael

Lieber betreuen lassen?

Updates, Backups und Überwachung übernimmt wp-einfach.de – zum festen Monatspreis.

Zu wp-einfach.de